Elternschaft – wenn das Glück plötzlich alles verändert
- Sarah von MindUp

- vor 1 Tag
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Eltern zu werden ist eines der tiefgreifendsten Erlebnisse im Leben. Mit der Geburt eines Kindes beginnt ein neues Kapitel – voller Liebe, Staunen und Verantwortung. Und doch: Die Elternschaft verändert alles. Nicht nur den Alltag. Nicht nur den Schlafrhythmus. Es verändert die Identität. Die Prioritäten. Und oft auch die Beziehung als Paar. Viele Paare erleben diese Zeit als wunderschön und gleichzeitig als eine der herausforderndsten Zeiten ihres Lebens.
Wenn sich das Leben der Frau grundlegend wandelt
In vielen Familien, auch heute noch, verändert sich das Leben der Frau stärker als das des Partners. Häufig ist sie es, die den grösseren Teil der Kinderbetreuung übernimmt. Was von aussen oft romantisch wirkt, ist in Wahrheit ein Kraftakt. Ihre persönlichen Bedürfnisse treten in den Hintergrund, ihre Freiheit schwindet und ihre Selbstbestimmtheit fühlt sich eingeschränkt an. Plötzlich ist sie nicht mehr nur Partnerin. Sie ist Mutter, Familienmanagerin, Organisatorin, Krankenschwester, emotionale Begleiterin, Terminkoordinatorin und noch vieles mehr. Diese Rolle ist erfüllend, ja. Aber sie ist auch einnehmend. So sehr, dass sich viele Frauen über Jahre hinweg darin verlieren. Die gesellschaftliche Wahrnehmung hilft dabei oft wenig. Von aussen heisst es dann: «Du hast es gut, du darfst den ganzen Tag mit deinen Kindern verbringen.» Was dabei übersehen wird: Kinderbetreuung ist nicht «nicht arbeiten». Es ist ein Fulltime-Job und oft mehr als das. Er fordert körperlich, emotional und mental ALLES. Ohne Pause. Ohne Applaus. Ohne klaren Feierabend.
Und wenn die Kinder selbständiger werden, entstehen leise, verunsichernde Fragen: Wer bin ich eigentlich ausser Mama? Welche Stärken trage ich in mir? Welche Werte sind mir wichtig? Was erfüllt mich wirklich? Wie stelle ich mir meine Zukunft und die Paarbeziehung vor?
Der stille Druck auf den Partner
Währenddessen trägt der Partner häufig eine andere Last. Um die finanzielle Existenz der Familie zu sichern, steigt der Leistungsdruck. Viele Männer fühlen sich in dieser Phase besonders verantwortlich, stark zu sein, erfolgreich zu sein, Sicherheit zu garantieren. Dieser Druck wirkt leise, aber konstant. Eigentlich möchten sie mithelfen. Einen echten Beitrag leisten. Entlasten. Doch nicht selten fühlen sie sich unsicher oder überfordert im Familienalltag. Statt selbstverständlich Verantwortung zu übernehmen, erleben sie sich eher als Assistent, als jemand, der «hilft», anstatt eigenständig zu handeln. Das kann Frustration auf beiden Seiten erzeugen.

Wenn das Verständnis schwindet
Mit der Zeit entsteht etwas, das viele Paare zunächst kaum bemerken: Ein schleichendes Auseinanderdriften. Oft fehlt das gegenseitige Verständnis für die jeweilige Rolle, die Verantwortung, die geleistete Arbeit, die mentale Belastung, das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung. Manchmal entsteht sogar ein leiser Neid auf die Rolle des anderen:
Sie denkt: «Du darfst zur Arbeit, Gespräche führen, Anerkennung erhalten, Pausen machen und bekommst auch noch Lohn dafür.»
Er denkt: «Du bist nah bei den Kindern, erlebst ihre Entwicklung, bist Teil ihres Alltags und hast die engere Bindung zu ihnen.»
Beide sehen vor allem das, was ihnen selbst fehlt und übersehen dabei, wie schwer der Weg des anderen sein kann. Diese Dynamik schafft Distanz. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern schleichend.
Fühlen sich beide nicht gesehen oder verstanden, entsteht eine innere Leere. Nicht selten holen sich einige in dieser Phase Bestätigung von aussen. Durch verstärkte Arbeit, durch Anerkennung im beruflichen Umfeld, durch materielle Dinge oder durch Aufmerksamkeit ausserhalb der Beziehung. Das sind keine bewussten Entscheidungen gegen die Partnerschaft. Es sind oft unbewusste Versuche, ein inneres Defizit auszugleichen.
Kommt dir das bekannt vor? Und möchtest du etwas dagegen tun, damit sich deine Partnerschaft wieder verständnisvoller und wertschätzender anfühlt? Dann schau dir das Coaching-Package Paarbeziehung für Eltern genauer an. Während vier Coachings nimmst du dir Zeit nur für dich. Du wirst dir deinen Bedürfnissen, Stärken und Werten bewusst und entwickelst ein Verständnis für deine Situation, aber auch die deines Partners/deiner Partnerin – damit du selbstbestimmt in die Zukunft schauen kannst.
Schau hin, bevor es zu spät ist – ich unterstütze dich gern.
Herzlich, Sarah von MindUp
